Der Spaziergang der Familie zwischen den Festtagsessen

Landschaftsillustration

Die Weihnachtstage haben ihren eigenen Rhythmus: Am Heiligen Abend wird gefeiert, am Christtag gegessen, und am Stefanitag kommen noch einmal Gäste. Dazwischen liegt oft eine Zeit, in der alle satt und ein wenig träge auf dem Sofa sitzen. Genau dafür eignet sich ein gemeinsamer Spaziergang. Er ist kein Programmpunkt mit Anspruch, sondern eine ruhige Gelegenheit, gemeinsam vor die Tür zu gehen.

Freiwillig statt Pflicht

Schlag den Spaziergang vorher vor, statt ihn plötzlich anzuordnen. Sag zum Beispiel: Nach dem Essen gehen wir eine kleine Runde, wer kommt mit? Wer nicht möchte, bleibt zu Hause und bereitet den Kaffee vor. Ein fester Zeitpunkt hilft, denn dann rechnet jeder damit. Wenn die Großeltern dabei sind, wähle eine Strecke ohne steile Wege und ohne viele Stiegen, damit alle bequem mitkommen.

Die Runde muss nicht lang sein. Eine Schleife durchs Dorf oder ein Weg am Fluss entlang genügt völlig. Zieht euch warm an, nehmt Mützen und Handschuhe mit und achtet darauf, dass alle gutes Schuhwerk haben. Wenn Schnee liegt, ist es schön, einen Schlitten für die kleinen Kinder mitzunehmen. Eine Thermoskanne mit Tee macht aus dem Weg ein kleines Ereignis, auf das sich alle freuen.

Unterwegs entstehen Gespräche, die im Wohnzimmer nicht entstehen. Beim Gehen fällt es leichter, etwas zu erzählen, weil man nebeneinander geht und niemand im Mittelpunkt sitzt. Die Kinder spielen kleine Spiele, suchen Formen in den Wolken oder zählen Fußspuren im Schnee. Die Erwachsenen sprechen über das vergangene Jahr, über Pläne oder einfach über das Wetter. Niemand muss etwas Besonderes sagen. Manchmal genügt es, gemeinsam still zu gehen und die Ruhe nach den vielen Stunden am Tisch zu genießen. Wer mag, macht unterwegs ein Foto von der ganzen Familie.

Zurück zu Hause wartet der Kaffee, dazu Kekse oder ein Stück Kuchen. Der Spaziergang hat den Tag gegliedert und für ein Stück gemeinsame Zeit gesorgt, ohne dass jemand viel dafür tun musste. Wenn er gefallen hat, wird er vielleicht zur Tradition, die auch im nächsten Jahr wieder vorgeschlagen wird. Und wer heuer nicht mitkommen wollte, ist nächstes Jahr vielleicht doch dabei, weil er gesehen hat, wie schön es war.